Lore Eugenie Wolff (Leroy)
Vita
(LEA) Stenotypistin
15.07.1921 wh. Neunkirchen, Brückenstr. 26
26.11.1935 n. Paris
16.05.1940 auf der Straße verhaftet - 20.06.1940 Vélodrome d'Hiver
anschl. Camp de Gurs
wh. F 78 Versailles, 9 Allée des Gardes Royales
wh. 13, rue Kellog, Suresnes/Seine
(RS) 16.04.1940 verhaftet, Vélodrome d'Hiver, Paris
20.06.1940 camp de Gurs
(SR) Heirat 15.08.1940 Suresnes/F (Q.: Suresnes/F TD 1933-1942)
(HA) domiciliée à Suresnes, 86 Chemin de Fouilleuse
Notes
Vater Dr. Hermann Wolff 24.06.1868 Saarburg – 30.05.1942 Suresnes, Hauts-de-Seine
Mutter Elisabeth Luise Wolff geb. Levi 19.01.1891 Neustadt an der Weinstraße, Pfalz – 06.04.1936 Paris
Bruder NN Wolff 1920–1920
Ehemann Aristide Louis Leroy 30.11.1920 Neuville-Bosc – 22.06.1975 Crux-la-Ville
2 Kinder, 9 und 13 Jahre (10.12.1956)
Antrag Freiheitsschaden zurückgezogen, Wirtschaftsschaden über Vergleich geregelt.
S.a. LEA 7305
HA Suresnes 105/1940
TA Parmain/F 47/2016, zit.n.: INSEE
(HA) Vater Hermann Wolff, Docteur en Médicine, domicilié à Suresnes, 86 Chemin de Fouilleuse
Mutter Elisabeth Levi, son epouse décédée
Biography
(W) Mein Leben war nicht einfach
Biografie einer Jüdin aus Neunkirchen
Dies ist die Lebens-Geschichte von Lore Eugenie Leroy. Sie hat sie Ende 2004 aufgeschrieben. Lore Leroy ist am 30. Juni 1921 in Heidelberg als Tochter des praktischen Arztes Dr. Herrmann Wolff auf die Welt gekommen. Alsbald schnupperte sie Neunkircher Luft im Hause, wo sie als Lore Wolff aufwuchs. Dr. Wolff hatte sich 1895 in Neunkirchen niedergelassen. Die Familie wohnte in der Bliesstraße 1 (gegenüber dem Viktoria-Hospital). Sie wanderte im Dezember 1935 nach Frankreich aus. „Es hat meinen Vater äußerst hart getroffen, als wir von Neunkirchen wegziehen mussten. Neunkirchen war unsere Heimat. Die Stadt und das Land zu verlassen war sehr, sehr bitter”, erinnert sich heute noch Eugenie Leroy in einem Gespräch mit den „Stadtnachrichten”. Lore Leroy geborene Wolff erlebte in Neunkirchen ihre Kindheit, ihre erste Liebe, die Explosion des Gasometers, die Abstimmung und die Rückgliederung der Saar an Nazi-Deutschland, die Schikanen gegenüber den Juden und die Flucht nach Frankreich. Sie verbrachte ihre Schulzeit in der Bachschule, dann im Oberlyzeum in der Viktoriastraße. Mit überaus großer Intensität erzählt die Zeitzeugin ihre Neunkircher Geschichte von 1921 bis 1935. Der Leser erfährt aus erster Hand, wie es in den zwanziger und dreißiger Jahren in Neunkirchen aussah und wie die Menschen lebten. Lore Leroys Biografie ist eine sehr ergreifende Geschichte, sehr zeitnah, sehr spannend. Es ist auch die Geschichte der Juden in Neunkirchen, eine der wenigen, die es so authentisch gibt. Die Autorin beginnt ihre Geschichte mit der Feststellung: „Mein Leben war nicht einfach, ich muss über eine schreckliche Zeit aussagen, einen Wirbelsturm, in dessen Mitte ich mich befand, den ich aber überstehen konnte, weil in meinem Schicksal der Untergang nicht programmiert war. Ich will versuchen, mich zu erinnern und darüber ohne Hass zu berichten. Ich will aber bezeugen, denn wie Louis MALLE (ein bekannter französischer Kinoschriftsteller) einmal sagte: „Nicht bezeugen bedeutet verleugnen!” Ebenso spannend liest sich der zweite Teil ihrer Biografie, ihr neues Leben in Frankreich. Lore Leroy lebt heute, 84-jährig, in Versailles. Sie ist Mutter zweier Söhne, Großmutter von vier Enkeln und Urgroßmutter von sechs Urenkel. Die Autorin hat ihre Memoiren dem Stadtarchiv zur Verfügung gestellt. Wer Interesse an der Niederschrift hat, kann sie im Stadtarchiv nach Rücksprache mit Stadtarchivarin Susanne Neis, Tel. (06821) 202-423, einsehen
Q: Neunkircher Stadtnachrichten, Nr. 16, 19.04.2006
online https://www.neunkirchen.de/fileadmin/user_upload/neunkirchen/PDF/Rubrik_Presse/Stadtnachrichten/2006/KW-16.pdf