Leopold Baer
Vita
(RS) Heirat 12 Sep 1913 Frankfurt am Main, Hessen: Rosa Zeimann 1889–1975
(ML) Leopold Baer
05.03.1882 in Wiesbaden / - / Hessen-Nassau
Todesdatum: 06.12.1938 in Buchenwald
Verfolgungsgrund: rassisch
Gestorben an den Folgen der NS-Verfolgung
Aufenthalt: Wiesbaden, Stkrs. Wiesbaden, Provinz Hessen-Nassau, Deutsches Reich
Inhaftierung 1938 - 06.12.1938 Buchenwald, Concentration Camp
† Tod: 06.12.1938
Ort: Buchenwald, Concentration camp
(GB-BA) Baer, Leopold
geboren am 05. März 1882
in Wiesbaden/Hessen-Nassau
wohnhaft in Wiesbaden
Internierung/Inhaftierung 12. November 1938 - 06. Dezember 1938, Buchenwald, Konzentrationslager
Todesdatum 06. Dezember 1938
Todesort Buchenwald, Konzentrationslager
Bemerkungen
(RS) Vater Berthold Baer 1850–1920
Mutter Babette Baer geb. Ullmann 1856–1915
Geschwister:
Mathilde Baer 1877–1938
Melanie Emma Baer 1879–1939
Otto Moritz Baer 1885–1903
Adolf Wilhelm Baer 1889–1940
Ehefrau Rosa Baer geb. Zeimann 1889–1975
Tochter Ilse Baer 1915–1980
Biografie
(W) Leopold Baer besuchte bis zur Mittleren Reife die Oranienschule in Wiesbaden. Mit diesem Abschluss musste er als „Einjähriger“ statt der üblichen dreijährigen Militärzeit nur ein Jahr absolvieren. Am 1. Oktober 1903 trat er beim Füsilierregiment Von Gersdorff seinen Dienst an. Zuvor hatte er aber nach seinem Schulabschluss Wiesbaden zunächst einmal verlassen und in dem zentral am Markt in Witten an der Ruhr gelegenen Geschäft der Gebrüder Kaufmann noch eine kaufmännische Lehre abgeschlossen. Mit diesem Wissen trat er dann in das väterliche Geschäft in der Kirchgasse als Verkäufer ein. Nachdem der Vater am 9. Juli 1913 aus der Firma als Gesellschafter ausschied, übernahm er dessen Rolle und führte nun das Geschäft mit seinem Schwager Julius Kahn weiter. Anlass für diesen Generationswechsel wird die Eheschließung von Leopold gewesen sein. Am 12. September 1913 heiratete er Rosel / Rosa Zeimann, die ursprünglich aus Crimmitschau in Sachsen stammte, Dort war sie am 2. Juli 1889 geboren worden. Die Ehe wurde in Frankfurt geschlossen, wohin ihre Eltern Simon und Adele Zeimann um 1890 gezogen waren. Zeimanns besaßen vor der „Machtergreifung“ ein sehr gut gehendes Engros- und Detail Etagengeschäft für Manufaktur- Weiss- und Wollwaren in zentraler Lage gegenüber der früheren Hauptmarkthalle, das nach dem Tod von Simon Zeimann im Jahr 1915 von dessen Sohn Walter weitergeführt wurde.
Ihre Wohnung nahmen Leopold und Rosa Baer aber in Wiesbaden, zunächst in der Goethestr. 8 II, ab 1927 in der Mosbacher Str. 36. Ihre letzte Anschrift An der Ringkirche 7 ist erstmals im Adressbuch von 1936/37 eingetragen. (...)
Im Gefolge der Reichspogromnacht wurden auch die beiden ehemaligen Geschäftsführer Leopold Baer und sein Schwager Julius Kahn verhaftet. Beide überlebten die Torturen der Gefangenschaft im Konzentrationslager Buchenwald nicht. Julius Kahn kam dort bereits am 22. November 1938 ums Leben und Leopold Baer nur zwei Wochen später am 6. Dezember.
Q: https://moebus-flick.de/die-judenhaeuser-wiesbadens/frankenstr-15/ernst-und-agathe-rosenthal-geborene-ackermann