Jüdische Bevölkerungsentwicklung in Saarbrücken

Autorin: Ruth Bauer

Jüdische Bevölkerungsentwicklung in Saarbrücken und St. Johann bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts

Bis ins 18. Jahrhundert  hinein hielten sich nur vereinzelt Juden in den beiden Saarstädten Saarbrücken und St. Johann auf, als fürstlicher Finanzier oder als  Pächter der Eisen- und Hüttenbetriebe.

  • 1776 Niederlassungsverbot für Juden durch Fürst Wilhelm Heinrich. Am 8. Juli 1776 erwirkten die Saarbrücker Kaufleute beim Fürsten gegen die Zahlung von 75 Louisdor ein striktes Niederlassungsverbot. Dieses galt bis zur Französischen Revolution.
  • 1791 Anerkennung der Juden als gleichberechtigte Staatsbürger als Folge der Französischen Revolution.  Diese Regelung galt auch in der jetzt französischen Saarregion. Diese rechtlich gesicherte Lage schuf die Basis für eine jüdische Ansiedlung in den Saarstädten.
  • 1793 ließ sich der Schankwirt Isaak Kahn aus Tholey in Saarbrücken nieder.
  • 1795 ließ sich der Handelsmann Simon Moses aus Lixheim (Lothringen) mit Frau und Kindern nieder. Er nannte sich ab 1808, als Juden feste Familiennamen annehmen mussten, Adam Simon.
  • 1799  – 1814 zogen etliche angeheiratete Schwiegersöhne dieser beiden Familien zu sowie insgesamt zwölf weitere Ehepaare und Familien. Sie kamen meist aus dem Elsass, aus Lothringen, Illingen, Blieskastel und Homburg.
  • 1808 lebten insgesamt 58 jüdische Mitbürger in Saarbrücken und St. Johann.
  • 1830  96 jüdische Personen: Diese wohnten jetzt nur in Saarbrücken.
  • 1834  70 jüdische Personen nur in Saarbrücken.
  • 1848  mit 34 jüdischen Personen sank die Anzahl auf den niedrigsten Stand.
  • 1850 setzte eine erneute Zuwanderung ein. Die neu zuziehenden Juden standen in keinem familiären Verhältnis zu der bereits ansässigen jüdischen Bevölkerung in der Stadt.  Ihre Zuwanderung resultierte aus der Entwicklung St. Johanns zum führenden Handelszentrum an der Saar.